Eine Tigerin unter Hamstern sei sie gewesen, sagte ein Parteifreund einmal bewundernd über die Frau, die Helmut Kohl nach eigener Aussage fürchtete wie der Teufel das Weihwasser. Die ihm Kopfschmerzen bereitete, wie der Altkanzler in seinen Memoiren bemerkte. Und nicht nur ihm: Die Auswahl der Adjektive, mit der Gegner Margaret Thatcher beschreiben, reichen von "unsensibel" bis "abscheulich". Noch heute, mehr als 20 Jahre nach Ende ihrer Amtszeit, sind sich die Briten uneins, ob Margaret Thatcher nun das Beste oder das Schlimmste war, was ihrem Land passieren konnte. Dass es kein leichtes Unterfangen sein würde, eine Charakterstudie über "Die Eiserne Lady" (2011) anzufertigen, sollte "Mamma Mia!"-Regisseurin Phyllida Lloyd also bewusst gewesen sein. Der Film, für den Hauptdarstellerin Meryl Streep den Oscar erhielt, erscheint nun auf DVD und Blu-ray Disc.
86 ist die bis heute einzige Premierministerin Großbritanniens mittlerweile. Und eine Gefangene in ihrem eigenen Haus, wenn man dem Drehbuch von Abi Morgan folgt. Es zeigt Thatcher (Meryl Streep) als eine alte, zerbrechliche Frau, die verzweifelt alle Elektrogeräte auf einmal anstellt, wenn ihr die Halluzination ihres 2003 verstorbenen Mannes Denis (Jim Broadbent) allzu aufdringlich wird. Aus dieser tragikomisch inszenierten Gegenwart entflieht Thatcher immer wieder in die Vergangenheit. In beispielhaften Episoden zeigt Phyllida Lloyd, wie die junge Margaret, gespielt von der Waliserin Alexandra Roach, ihre ersten politischen Gehversuche unternimmt, ihren Denis kennenlernt und schließlich 1959 als Abgeordnete ins Parlament einzieht - das "Irrenhaus", wie ihr Mentor Airey Neave (Nicholas Farrell) es bezeichnet.
Mit Thatchers Einzug in die Downing Street 10 im Jahr 1979 mischen sich immer häufiger authentische Fernsehbilder in die Hochglanzbiografie: Die Schnipsel aus Nachrichtensendungen berichten von Gewerkschaftsstreiks, dem wütenden Mob und Polizeigewalt. Lloyd zieht das Tempo dabei zu stark an, reiht Höhe- und Tiefpunkte aus der Karriere der Politikerin ohne Gewichtung aneinander - und vergibt dabei die Chance, das Mysterium Maggie vollständig aufzuklären.
So taff und unantastbar wie die Eiserne Lady präsentiert sich die Optik der DVD nicht. Auch das saubere, detailreiche Bild der Blu-ray Disc mutet einen Tick zu schwammig an. Die gedeckten Farben weisen jedoch eine solide Sättigung auf, Kontrast und Schärfe werden gut wiedergegeben. Auch die Schwarzwerte wurden zufriedenstellend ausdifferenziert. Der 5.1-Soundmix punktet auf beiden Discs mit einer gelungenen räumlichen Aufteilung und Dynamik. Auch kleinste klangliche Details gehen in dem gekonnten Arrangement nicht unter, die Dialoge bleiben stets klar verständlich. Im Bonusteil finden sich neben einem interessanten Making Of zahlreiche kurzweilige Featurettes. Die Interviews und der Blick hinter die Kulissen sind hingegen nicht besonders sehenswert.
Helena Kibler
| Video DVD | |
|---|---|
| Filmbewertung | akzeptabel |
| Filmname | Die Eiserne Lady |
| Originaltitel | The Iron Lady |
| Regisseur | Phyllida Lloyd |
| Genre | Drama |
| Schauspieler | Meryl Streep |
| Schauspieler | Jim Broadbent |
| Schauspieler | Alexandra Roach |
| Entstehungszeitraum | 2011 |
| Land | GB |
| Titel | Die Eiserne Lady |
| Regionalcode | Regionalcode 2 |
| Untertitel | Deutsch |
| Studio | Concorde |
| Vertrieb | Eurovideo |
| Bildformat | 2,35:1 (anamorph) |
| Tonsystem | Dolby Digital / DTS |
| Sprachen | Deutsch (DD 5.1 / DTS 5.1), Englisch (DD 5.1) |
| Extras | Making Of; Interviews mit Meryl Streep, Jim Broadbent und Regisseurin Phyllida Lloyd; Featurettes |
| Freigabealter | 6 |
| Laufzeit | 101 Min. |
| Erhältlich ab | 19.07.2012 |
| Preis | ca. 13 Euro |
| EAN Code | 4010324029423 |
| Anspieltipp | 4 |
| Bewertung Bild | gut |
| Bewertung Ton | gut |
| Bewertung Extras | gut |










