Johnny Blaze ist kein wirklich cooler Kerl. Klar, er trägt Lederjacke, Sonnenbrille und fährt den lieben langen Tag mit seinem Motorrad durch die Gegend. Aber er weiß auch und spricht damit zu sich selbst und seinen Feinden: "Egal, wie weit du fährst - deinen Dämonen kannst du nicht entkommen." Seit acht Jahren nämlich lebt er nun in Rumänien mit dem Fluch, sein Temperament im Zaum halten zu müssen. Das bricht immer dann aus, wenn böse Typen ihm oder anderen Menschen Böses wollen und endet mit vielen toten bösen Typen, die von einem nur schwer verwundbaren Zombiewesen mit brennendem Kopf eingeäschert wurden. Er kann nicht anders: Johnny Blaze wird zum Ghost Rider. Johnny brennt.
So ein Leben als Besessener bringt erst viele neue Freunde und Feinde, dann Sarkasmus und Verzweiflung mit sich - das mussten Johnny Blaze (Nicolas Cage) und seine Zuschauer schon 2007 in "Ghost Rider" erkennen. Welch Glück, dass sich ihm in der Fortsetzung ein Mönch (Idris Elba) offenbart: Er könne den Besessenen von seinem Fluch befreien. Blaze müsse dafür nichts weiter tun, als einen Jungen zu finden, der sowieso in Gefahr zu sein scheint und aus anfangs unbekannten Gründen nicht nur von der Abtei des Mönches gesucht wird. Also macht Blaze sich auf zwei Rädern auf die Suche, findet den Jungen und seine Mutter - und damit jede Menge Stress, Bibelreferenzen, Kräfteungleichheiten und ominöse Bruderschaften.
Wie sein Vorgänger basiert "Ghost Rider: Spirit of Vengeance" auf den erfolgreichen Marvel-Comics - eigentlich eine gute Ausgangsbasis für die "Crank"-Macher Mike Neveldine und Brian Taylor, die diesmal die Regie übernahmen. Was die "Ghost Rider"-Filme jedoch grundlegend von Superhelden-Blockbustern wie "X-Men", "Spider-Man" und Co. unterscheidet: Sie taugen nicht zu Blockbustern. Die Comic-Einspieler scheitern an der Messlatte, die "Sin City" dort einst legte, auch mehr Budget und folglich beeindruckendere Spezialeffekte hätten all das kaum kaschieren können. Die actionreiche Story ist trotz ihrer Analogie auf Goethes "Faust" und wegen ihrer wenig subtilen Gesellschaftskritik ("Banker und Politiker, die Soldaten des Teufels") so blass wie ihre Schauspieler.
Ciarán Hinds als Teufel macht in diesem nur stellenweise unterhaltsamen Möchtegern-Spektakel die mit Abstand beste Figur, während Cage in zunehmender Sylvester-Stallone-Manier keine Miene verzieht (oder verziehen kann) - und seine komischsten Momente immer dann hat, wenn ihn auf dem Motorrad sein innerer Dämon überkommt. "Ghost Rider ist der vielleicht erste philosophische Superheld", schwärmt Comicfan Cage über seine Rolle. Man will ihm die professionelle Begeisterung sogar glauben. Aber was soll er sonst auch sagen.
Fabian Soethof
| Kinofilm | |
|---|---|
| Filmbewertung | enttäuschend |
| Filmname | Ghost Rider: Spirit Of Vengeance |
| Originaltitel | Ghost Rider: Spirit of Vengeance |
| Starttermin | 23.02.2012 |
| Regisseur | Mark Neveldine, Brian Taylor |
| Genre | Action |
| Schauspieler | Nicolas Cage |
| Schauspieler | Idris Elba |
| Schauspieler | Ciarán Hinds |
| Entstehungszeitraum | 2011 |
| Land | USA |
| Freigabealter | 12 |
| Verleih | Universum |
| Laufzeit | 96 Min. |





