Parkour
Wer abspringt, muss auch landen können


Kein Fehltritt erlaubt: Marc Rensing widmet sich
der Trendsportart Parkour - und zieht Parallelen zu
psychischen Hindernissen.
© Projektorfilm
Keine schlechte Idee, die Trendsportart Parkour als
Unterbau für ein Drama zu verwenden. Entstanden ist die
Bewegung in den Pariser Banlieues. Ziel ist es, möglichst
direkt und schnell Wege zurückzulegen - über jedes
Hindernis hinweg oder hindurch. Im Gegensatz zu Luc Bessons
Actionstreifen "Ghettogangz" setzt Marc Rensing mit
seinem Regiedebüt "Parkour" nicht auf Knarren und
Drogen, sondern auf Gefühle und Beziehungen.
Obgleich der Titel etwas anderes suggeriert, ist
"Parkour" in erster Linie kein Stunt-orientierter
Sportfilm, sondern ein Drama. Im Mittelpunkt der Geschichte steht
Gerüstbauer Richie (Christoph Letkowski), der es trotz
Talent in seinem Job nicht leicht hat. Obendrein plagt ihn seine
krankhafte Eifersucht: Seiner Freundin Hannah (Nora von
Waldstätten) unterstellt er, mit ihrem gemeinsamen Kumpel
Nonne (Marlon Kittel) fremdzugehen.
Architektonische Hindernisse halten Richie nicht auf, es sind die
psychischen Tücken, die es zu meistern gilt. Freilich
wächst dadurch die Bedeutung des Sports, bis hin zum
Eskapismus. Doch bleibt Richie letztlich keine andere Wahl, als
sich den Problemen zu stellen - eben genau wie beim
Parkour.
Gregor JosséParkour
D, 2009
Drama
Regie: Marc Rensing
Darsteller: Christoph
Letkowski, Nora von Waldstätten, Marlon Kittel
u.a.
Starttermin: 11.03.2010
Quelle: "teleschau - der mediendienst"