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Merida - Legende der HighlandsWilde Mähne, zahmes Spiel

Haarige Hauptrolle: Über drei Jahre arbeiteten die Animationsexperten von Pixar allein an der feuerroten Mähne ihrer neuen Filmheldin "Merida" - zwei Monate davon wurden in eine Schlüsselszene investiert, in der sich die rotzige Prinzessin eine Haube vom Kopf reißt, rund 1.500 einzeln animierte Locken hervorquellen und physikalisch korrekt umherschwingen. Hätten die Macher des gleichnamigen PC-, Wii- und DS-Spiels zum Film doch auch nur ansatzweise eine ähnliche Sorgfalt an den Tag gelegt ...

"Merida - Legende der Highlands" liefert den schlagenden Beweis dafür, dass Nintendos Wii-Konsole dringend abgelöst werden sollte. Grafisch bewegt sich das Action-Adventure, das inhaltlich der Filmhandlung folgt, mit seinen klobigen Figuren und matschigen Texturen auf PlayStationOne-Niveau. Die Darstellung magischen Nebels schlägt dem Fass jedoch den Boden aus: Offenbar glaubten die Entwickler von Behaviour Interactive daran, durch die Verwendung des Halbzeilen-Modus' so etwas wie einen Transparenzeffekt entstehen zu lassen ...

Aber auch spielerisch wird nicht viel geboten: Die meiste Zeit über hetzt man mit der schottischen Prinzessin durch Wälder, Burgruinen, Höhlen und Sümpfe, hüpft über Abgründe, zersäbelt Fässer und Blumen, sucht nach Schatztruhen und legt sich mit Heerscharen von Wölfen, Harpyien, wandelnden Bäume, Skeletten, Eisriesen und anderem Getier an. Warum? Um einerseits den Wald zu befreien, der vom Geist eines bösen Bären verdorben wurde, und andererseits die königliche Familie von einem Fluch zu befreien: Mutter und Brüder wurden in Bären verwandelt, nachdem sie von einem Stück Kuchen genascht haben, den die freiheitsliebende Merida bei einer Hexe in Auftrag gegeben hat, um nicht mehr ständig bevormundet zu werden ...

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Durch die Bärenbrüder kommt sogar etwas Abwechslung ins Spiel: Mit den drei tapsigen Viechern müssen simple Rätsel gelöst werden, in denen es mehr auf Teamwork als auf Grips ankommt. Gelegentlich darf auch Mama-Bär wüten, was in etwa so anspruchsvoll wie das Gros der restlichen Kämpfe ist, in denen Merida ihre Gegner mit Pfeilsalven bereits aus sicherer Entfernung erlegt und nur im Notfall das Schwert durch ein Rütteln der Wiimote schwingen muss. Mit zugeschalteten Magie-Runen werden zudem Schwachstellen der Gegner ausgenutzt (Feuerpfeile eignen sich prima gegen Eisriesen) oder neue Hüpfplattformen geschaffen. Ist ein Teil des Waldes befriedet, treiben handgezeichnete und spärlich animierte Zwischensequenzen die Geschichte voran.

Fazit: Eltern, die nach dem Kinogang in den nächsten Mediamarkt wandern und zum Spiel greifen, erweisen ihren Kindern einen Bärendienst. "Merida - Legende der Highlands" ist technisch altbacken, spielerisch seicht und so out wie die unzähmbare Dauerwelle der Titelheldin.

Sixten Lehmann

Game
SpielnameMerida - Legende der Highlands
HerstellerBehaviour Interactive
VertriebDisney Interactive Studios
GenreAction-Adventure
Erhältlich ab19.07.2012
Preisca. 40 Euro
EAN Code8717418354152
SchwierigkeitFür Einsteiger
Alterab 12 Jahren
Multiplayer1-2
Bewertung Grafikausreichend
Bewertung Steuerungbefriedigend
Bewertung Soundgut
Bewertung Spielspassausreichend
Bewertung Gesamtausreichend

Erhältlich für:
Wii, Nintendo DS, PC

Quelle: "teleschau - der mediendienst"


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