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To the MoonDer alte Mann und der Mond

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Mit "To the Moon" wollte sein Schöpfer Kan Gao eigentlich gar kein Spiel kreieren, sondern eine Geschichte erzählen, die teilweise durchaus autobiografische Züge trägt. Deshalb bietet sein Indie-Kleinod, das bislang nur online erhältlich war und Ende August auch im Handel landen wird, weder knifflige Rätsel noch eine technisch opulente Präsentation, sondern "nur" eine mitreißende, todtraurige und grundehrliche Kurzgeschichte.

Johnny ist alt und liegt im Sterben. Sein größter Wunsch war immer, einmal zum Mond zu fliegen. Die beiden Wissenschaftler Dr. Rosalene und Dr. Watts machen sich auf, um Johnny zu helfen. Nein, sie können ihn nicht per Rakete ins All schicken. Aber sie können seine Erinnerung manipulieren. Johnny soll einfach das Gefühl haben, dort oben gewesen zu sein. Doch wo hat dieses ungewöhnliche Verlangen nach einer Reise zum Erdtrabanten ihren Ursprung? Rosalene und Watts wühlen sich durch Johnnys Erinnerungen, um das herauszufinden.

"To the Moon" ist kein Adventure im herkömmlichen Sinne. Der Spieler arbeitet sich zwar per Point&Click-Interface mit der Maus durch die Geschichte und immer wieder Gegenstände einsammeln, die für Johnny Bedeutung haben. Aber er muss weder anspruchsvolle Puzzles lösen noch sich einem übermächtigen Gegner stellen.

Stattdessen erzählt Autor Kan Gao mit seinem Werk ganz einfach eine Geschichte, die weitab von gängigen Spieleklischees die Seele berührt. Man erforscht Johnnys Erinnerungen und erlebt, wie dieser um das Leben seiner großen, tragischen Liebe River kämpft, wie sie zusammenfinden, warum sie füreinander geschaffen sind. Immer wieder wird man dabei mit ganz essenziellen Fragen konfrontiert - etwa, was man anders machen würde, wenn man sein Leben noch einmal leben könnte. Trotzdem wirkt "To the Moon" nur selten schwermütig oder moralisierend - immer wieder blitzt spitzbübischer Humor auf und sorgt für ein befreiendes Schmunzeln.

Die Präsentation der Geschichte könnte simpler nicht sein: Grafisch wirkt "To the Moon" mit seinen kleinen Pixelmännchen wie ein Rollenspielrelikt aus den frühen 90er-Jahren. Die Dialoge sind nicht vertont, erscheinen lediglich in Sprechblasen - zeichnen sich jedoch durch geschliffene Sprache und Stilsicherheit aus. Die Charaktere selbst wirken dadurch vielschichtig und glaubwürdig mit ihren fein austarierten emotionalen Facetten.

"To the Moon" ist ein Kleinod für all diejenigen, die eine ausgefeilte Geschichte erleben wollen, die einem lange im Gedächtnis bleibt. Es ist faszinierend, wie wenig "Effekt" nötig ist, um einen dauerhaften Eindruck zu hinterlassen. Dabei kommt "To the Moon" vielleicht noch ein zweites Verdienst zu: Es richtet den Blick auf die rührige "RPG Maker"-Community, die aus Idealismus und mehr oder weniger von der Öffentlichkeit unbeachtet interessante Konzepte mit dem Spielebaukasten realisiert. Nur: Ein echtes Spiel sollte man sich hier nicht erwarten.

Herbert Aichinger

Game
SpielnameTo the Moon
HerstellerLace Mamba/Freebird Games
VertriebKoch Media
GenreAdventure
Erhältlich ab31.08.2012
Preisca. 20 Euro
EAN Code5060199421258
SchwierigkeitFür Einsteiger und Fortgeschrittene
Alterab 12 Jahren
Multiplayernein
SonstigesMinimum-CPU mit 300 MHz, 256 MB RAM, Grafikkarte mit 64 MB RAM, 75 MB Festplattenspeicher
Bewertung Grafikbefriedigend
Bewertung Steuerunggut
Bewertung Soundgut
Bewertung Spielspassgut
Bewertung Gesamtgut

Erhältlich für:
PC

Quelle: "teleschau - der mediendienst"


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