Games / Reportage

Schrott oder Sensation?

Die "Curiosity"-Mission der NASA lässt sich schon jetzt auf Xbox 360 und PC nachspielen

An Superlativen mangelt es der NASA derzeit nicht. "Curiosity" sei die wohl teuerste, anspruchsvollste und technisch ausgefeilteste Mission aller Zeiten - und könnte auch die größte Blamage werden, wenn während der Landung des kleinen Robotorfahrzeugs auf dem Mars etwas schiefgeht. Innerhalb von sieben Minuten wird die Raumkapsel nebst sechsrädigem Rover von 21.000 Kilometern pro Stunde auf Null abgebremst. Steuerdüsen, Hitzeschild, Fallschirme, Abseilvorrichtungen: Das alles muss auf die Millisekunde genau funktionieren. Andernfalls endet die über zwei Milliarden Dollar teure Mission in der Nacht vom 5. auf 6. August in einem Fiasko. Xbox-360-Spieler dürfen "Curiosity" schon jetzt sicher auf dem roten Nachbar-Planeten landen ...

Auf der Online-Plattform "Xbox Live" steht seit Kurzem das kleine, kostenlose Kinect-Programm "Mars Rover Landing" zum Download bereit, das die NASA in Zusammenarbeit mit Microsoft Kinect Fun Labs entwickelt hat und als rechtmäßiger Erbe des Atari-Kultspiels "Lunar Lander" aus dem Jahr 1979 gilt. Darin lassen sich mit einer simplen Gesternsteuerung die kritischen Phasen des Landeanflugs bewältigen: vom Eintritt der Raumkapsel in die Atmosphäre bis hin zum sanften Aufsetzen des an Nylon-Schnüren baumelnden Rovers.

Wer mit der Bewegungserfassung der Kinect-Kamera vertraut ist, dem dürfte dieses Kunststück schon beim ersten Anlauf gelingen. Bei weiteren Versuchen lassen sich allenfalls höhere Punkte und sogenannte Achievements erzielen.

mehr Bilder

Entscheidender ist aber ohnehin der Erkenntnisgewinn. Neben dem spielerischen Teil bietet "Mars Rover Landing" jede Menge Zusatzinformationen - in Form hübscher Animationssequenzen, in denen ein NASA-Mitarbeiter die Tücken und Ziele der Mission erläutert. Letztlich will man im flachen Gale-Krater nach Wasser und Spuren von Leben suchen. Dazu analysiert "Curiosity" (getreu seines Namens - auf Deutsch: Neugier) mithilfe eines chemischen Labors, Videokameras, Lasern und weiteren Werkzeugen Gesteinsproben. Ein Fund wäre das wichtigste Ereignis in der Planetenforschung.

PC-Besitzer dürfen derweil die 3D-Software auf Basis der Unity Engine testen, anhand derer auch die NASA-Ingenieure das Gefährt über den roten Planeten lotsen werden. Durch die Nutzung des "Explore Mars! Free Drive"-Tools erhofft sich die Weltraumbehöre konstruktives Feedback, um bis zur Landung von "Curiosity" eventuell noch Fehler auszubessern.

Gerd Hilber

Quelle: "teleschau - der mediendienst"


Ticketshop

Sichern Sie sich im Radio Leverkusen Ticketshop die Tickets Ihrer Wunschveranstaltung!

Mitarbeiter

Wer steckt hinter
Radio Leverkusen?

Anzeige
Zur Startseite