Das Twittern wird in Deutschland immer beliebter. Etwa 4,4 Millionen Menschen besuchen mittlerweile regelmäßig die Websites des 140-Zeichenn-Dienstes.
Um 37 Prozent stiegen die deutschen Nutzer-Zahlen im Mai im Vergleich zum Vorjahr. Twitter mausert sich vom Medium für Freaks und Neugierige zum breiten Kommunikationskanal, meinen Experten. Vor allem zu Großereignissen, wie der Fußball-EM, steigt die Zwitscher-Dichte.
Weltweit hatte Twitter im März etwa 140 Millionen aktive Nutzer. Angefangen hatte alles im Jahr 2006 mit Marketing-Experten, Medienprofis und Politikern. "Für viele war Twitter ein neuer Schub für die Imagepflege", sagt der Soziologe Jan-Hinrik Schmidt vom Hans-Bredow-Institut Hamburg.
Die Plattform sei für Prmominente und menschen des öffentlichen Lebens reizvoll, weil sich so die Selbstdarstellung kontrollieren lasse.
Inzwischen wollen sich auch immer mehr Privatleute eine "eigene persönliche Öffentlichkeit" zu schaffen, wie es Schmidt nennt. Sie nehmen sich die Accounts ihrer Lieblingspromis oder ihrer Freunde als Vorbild und probieren das Zwitschern aus. "Sie twittern über Fußball oder über den Tatort von der Couch aus", sagt Pfeiffer. Ein Grund für die höheren Nutzerzahlen.
Die privaten Twitterer wollen mit ihren Tweets allerdings nicht die ganze Welt erreichen, meint der Experte. Sondern eher ihre Freunde und Bekannte - wie ein halb-öffentliches Online-Tagebuch.

