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Merkel warnt vor Beschneidungsverbot

Angela Merkel schaltet sich mit deutlichen Worten in die Beschneidungsdebatte ein. Die Bundeskanzlerin warnte Zeitungsberichten zufolge vor einem Verbot der religiösen Tradition von Juden und Muslimen.


Das umstrittene Urteil des Kölner Landgerichts, das Beschneidungen als Körperverletzung gewertet hatte, sorgt bei Bundeskanzlerin Angela Merkel für Empörung.

In der Sitzung des CDU-Vorstands hat sich die Parteichefin laut Berichten der "Bild"-Zeitung und der "Financial Times Deutschland" kritisch mit dem Richterspruch auseinandergesetzt: "Ich will nicht, dass Deutschland das einzige Land auf der Welt ist, in dem Juden nicht ihre Riten ausüben können. Wir machen uns ja sonst zur Komiker-Nation", sagte Merkel demnach.

Regierungssprecher Steffen Seibert sagte, dass die Bundesregierung "intensiv auf eine zügige Lösung" hinarbeite. Die Beschneidung aus religiösen Gründen, wie sie etwa im Judentum praktiziert wird, müsse straffrei bleiben. "Wir sind sehr froh, dass jüdisches Leben in Deutschland wieder eine Heimat gefunden hat."

Auch Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) spricht sich für den Erhalt von rituellen Beschneidungen bei Jungen aus. "Jüdisches und muslimisches Leben in Deutschland darf nicht unmöglich gemacht werden", sagte Schröder.

Dabei gehe es um "verantwortungsvoll durchgeführte Beschneidungen von Jungen", die auch dem Kindeswohl Rechnung tragen müssten. Schröder fügte hinzu, sie werde aber keiner Regelung zustimmen, die die weibliche Genitalverstümmelung "nicht rechtssicher ausschließt".


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