
Bayer 04 Leverkusen: Maßnahmen gegen inoffizielle Ticket-Zweitmärkte
Tickets für Konzerte oder andere Events, die für viel Geld weiterverkauft werden. Dagegen will die Bundesregierung etwas tun. Vorausgegangen war ein offener Brief aus der Kulturbranche. Auch mit Blick auf Sportveranstaltung plant die Justizministerin Regeln, um den Weiterverkauf einzudämmen. Bayer 04 Leverkusen beobachtet das mit Interesse.
Veröffentlicht: Donnerstag, 28.05.2026 04:39
Wie der Club im Gespräch mit Radio Leverkusen berichtet, hat der illegale Weiterverkauf von Tickets für die BayArena seit der Corona-Pandemie stark zugenommen. Der Club sieht vor allem zwei Gründe: Zum einen die Ticket-Nachfrage, die zu den Heimspielen weiter ungebrochen hoch ist. Zum anderen sind die Methoden der organsierten Händler im digitalen Raum in den letzten Jahren deutlich professioneller geworden. Für den Club geht es vor allem um den Sicherheitsaspekt und damit verbunden darum, dass die Tickets für die Heimspiele an Bayer 04 Fans gehen. Bei Tickets, die auf anderen Plattformen weiterverkauft werden, kann der Club nicht mehr nachvollziehen, wer am Ende die Tickets nutzt.
Vor allem professionelle Händler im Fokus
Grundsätzlich unterscheidet der Club verschiedene Arten von Weiterverkäufen. Besonders abgesehen hat es Bayer 04 auf zwei Gruppen: Zum einen Dauerkarteninhaber, die ihr Ticket für einzelne Spiele weiterverkaufen. Hier gab es in dieser Saison rund 50 Fälle, in denen der Verein Dauerkarten eingezogen und an andere Fans vergeben hat. Auch ein Entzug der Mitgliedschaft ist oft eine Konsequenz.
Die andere Gruppe, die der Club im Fokus hat, sind professionelle Händler, die Tickets aufkaufen und dann für deutlich mehr Geld weiterverkaufen. Das passiert in der Regel über Plattformen wie viagogo. Hier versucht Bayer 04, die technischen Hürden so hoch wie möglich zu legen. Man werde solche Fälle nie ganz verhindern können, aber es solle für Händler immer schwieriger werden, damit sie möglicherweise das Interesse verlieren.
Unter anderem werden die Ticketverkäufe auf verdächtige Muster untersucht. Das kann der Fall sein, wenn Bestellungen auf unterschiedliche Namen laufen, aber die gleichen Adressen oder Bankkarten hinterlegt sind. Ein anderes Beispiel sind Tickets, die Sekunden nach der Freigabe schon weg sind. Das kann ein Anzeichen für Bots sein.
Wenn Bayer 04 solche Muster feststellt, werden die betroffenen Tickets gesperrt. Man kommt mit ihnen also am Spieltag nicht ins Stadion. In der abgelaufenen Saison war das circa 1.000 Mal der Fall. Wie der Club berichtet, bestätigt sich der Verdacht in den allermeisten Fällen auch und die Tickets wurden tatsächlich über Weiterverkaufsplattformen erworben. Für die Käufer bleibt das ohne Folgen. Der Club betont, dass er die Händler bestrafen will.
Vereinseigene Börse wird gut genutzt
Als legale Möglichkeit, Tickets an andere Fans abzugeben, hat der Verein vor einigen Jahren seine Ticketbörse ins Leben gerufen. Die wird nach eigenen Angaben auch gut genutzt: In der abgelaufenen Saison sind demnach pro Heimspieltag über 2.000 Tickets über die Börse von Fan zu Fan weitergegeben worden. Auch das private Weitergeben von Karten an Freunde oder Familienmitglieder ist kein Problem.