"Gesundschreibung": Ansturm auf Kinderärzte

Nach monatelanger Leere in der Coronazeit gibt es aktuell einen regelrechten Run auf Kinderärzte bei uns in der Stadt.  Das sagt Leverkusens Ärztesprecher Travnik. Grund seien unter anderem die Corona-Regeln in Kindertagesstätten und bei Tagesmüttern. Kinder, die eventuell krank sein könnten, bräuchten häufig eine “Gesund-Schreibung”, um weiterhin betreut werden zu können. 

© pixabay

“Wenn jedes Kind, dass nur einmal wegen einer Pusteblume niesen musste, zum Kinderarzt geschickt wird, dann ist das definitiv nicht sinnvoll” - das sagt eine Kinderärztin aus Schlebusch. Momentan gibt es in ihrer Praxis an die 30 Anfragen pro Tag für “Gesund-Schreibungen”. Ein Problem sei aber auch, dass die Ärzte die Kinder sowieso nicht 100% gesundschreiben könnten. Sie können nur bescheinigen, dass Kinder zum Zeitpunkt der Untersuchung frei von sichtbaren Krankheitssymptomen sind. Deswegen appellieren Kinder- und Jugendärzte an das Familienministerium NRW. Sie wollen leichter umzusetzende und sinnvollere Regeln für Betreuungsstätten - gerade im Hinblick auf die Viren-Hochsaison im Herbst.