
Großer Frust wegen Lockdown
Durch Leverkusen rollt eine Frust-Welle. Der ab Montag geltende Lockdown trifft viele Betriebe und Bereiche in unserer Stadt hart. Besonders frustriert sind Gastronomiebetriebe, Sportvereine, Freizeiteinrichtungen, Kulturschaffende, Dienstleister im Kosmetik- und Wellnessbereich und die Tourismusbranche. Sie alle müssen ab Montag bis Ende November dicht machen. Auch die Zeit danach halten viele für Ungewiss. Schon jetzt sind laut Hotel- und Gaststättenverband mehr als die Hälfte der rund 360 Leverkusener Restaurants, Cafés und Kneipen in ihrer Existenz bedroht.
Veröffentlicht: Donnerstag, 29.10.2020 05:42
Der Dehoga hat angekündigt gemeinsam mit den Gastronomen rechtliche Schritte gegen den beschlossenen Lockdown einzuleiten. Die Sperrstunden-Regelung ab 23 Uhr hatte das Oberverwaltungsgericht Münster diese Woche für rechtmäßig erklärt. Mit Blick auf die Zukunft sind Restaurants, Bars, Kneipen und Cafés ebenso pessimistisch. Sie glauben nicht, dass das Geschäft auch im Dezember wieder gut anläuft, sollten die Betriebe bis dahin überhaupt wieder öffnen dürfen. Schon jetzt wisse man, dass ein großer Teil des Weihnachtsgeschäfts durch nicht stattfindende Weihnachtsfeiern wegbrechen werde. Der Dehoga hofft, dass die versprochenen Überbrückungshilfen schnell und unbürokratisch fließen.
Ratlos und enttäuscht ist auch der Sportbund Leverkusen. Der Dachverband für alle Sportvereine in unserer Stadt sagt, dass jeder vierte Leverkusener Sport in einem Verein treibt. Für die Sportler wird es ab dem 2. November einen Monat lang keine Angebote geben, auch der Liga-Spielbetrieb wird eingestellt. Der Verband hofft, dass sich die Mitglieder genauso solidarisch zeigen, wie beim ersten Lockdown. Damals habe es keine Austrittswelle gegeben.
Auch die für Leverkusen zuständige Industrie- und Handelskammer und die Handwerkskammer fordern, dass die angekündigten Milliarden-Hilfen schnell fließen. Beim ersten Lockdown seien die Hilfen teilweise erst Wochen später angekommen und hätten noch nicht mal die laufenden Kosten gedeckt.
Die Leverkusener Jazztage im November werden in diesem Jahr ins Internet verlagert und via Live-Stream zu sehen sein, kündigte Veranstalter Fabian Stiens an. Die genauen Details werden aktuell noch geklärt.
Die Caritas ruft die Politik auf ihre Maßnahmen ständig zu überprüfen. Der Verband hält den Lockdown im November aber für dringend notwendig. Die Caritas appelliert gleichzeitig, dass insbesondere die Alten- und Pflegeeinrichtungen für ihre Hygiene- und Schutzkonzepte von der Regierung Unterstützung erfahren.