
Hausärzte wollen impfen
Die Impfungen gegen das Coronavirus sollten von Hausärzten gemacht werden. Das fordert der Hausärzteverband Nordrhein. Seine Annahme: Bei einer maximalen Telefonkapazität für die Terminvergabe in Impfzentren von 500.000 Anrufen pro Woche dauert es zehn Wochen, bis allein die über 80-Jährigen versorgt sind.
Veröffentlicht: Donnerstag, 21.01.2021 12:40
„Wir Hausärzte haben die meiste Erfahrung in der Durchführung von sehr hohen Impfzahlen in kürzester Zeit. Im Herbst 2020 haben wir allein 20 Millionen Patienten gegen Grippe geimpft“, so der Hausärzteverband. Auch unser Leverkusener Amtsarzt befürwortet die Idee, die Impfung langfristig in den Praxen machen zu lassen. Das werde spätestens durch den Impfstoff Astra Zeneca aus Oxford möglich – der muss nämlich im Gegensatz zu den anderen Impfstoffen nicht so extrem gekühlt werden. Nur mit der geballten Kraft der niederrgelassenen Ärzte lasse sich die Impfoffensive verwirklichen, so der Amtsarzt.
Leverkusener Ärztesprecher nicht überzeugt
Unser Leverkusener Ärztesprecher ist aber lange nicht so begeistert von der Idee wie unser Amtsarzt und der Hausärzteverband Nordrhein: „Hoffentlich wird das nicht wieder so eine Hauruck-Entscheidung, die Freitagnachmittag am Schreibtisch getroffen wird und ab montags sollen wir dann impfen.“ Auch er hält Impfungen in den Hausarztpraxen für möglich – aber auf jeden Fall mit Vorlauf und möglicherweise auch nur in Praxen, die ihr normales Tagesgeschäft pausieren. Die Hausärzte kämen sowieso kaum noch zu ihren normalen Vorsorgeuntersuchungen, außerdem fehle das impfgeschulte Personal. Die Impfstoffe, die bisher in Benutzung sind, müssen schon allein wegen ihrer Kühlung in Impfzentren verabreicht werden.