
Karneval: Dieses Jahr ist alles anders
Jecke auf den Straßen, gemeinsames Schunkeln und abgeschnittene Schlipse - heute an Weiberfastnacht wäre in jedem anderen Jahr der Straßenkarneval in Leverkusen gestartet, doch auf all das müssen wir dieses Jahr verzichten. Zumindest in Gruppen und in der Öffentlichkeit – wer zu Hause jeck sein will, der wird in Leverkusen trotzdem nicht allein gelassen.
Veröffentlicht: Donnerstag, 11.02.2021 05:41
Schunkeln vor dem heimischen Rechner ist dieses Jahr die Alternative für alle, die trotz Corona Karneval feiern wollen. Zum Beispiel das Jugendzentrum Bunker bietet heute Abend ab 18 Uhr eine Livestream-Pary für Jugendliche mit sechs Live-Cams an. Bis zum 16. Februar ist auch noch Leverkusens größte virtuelle Karnevalssitzung abrufbar über das Onlineportal Jeckstream. Der Festausschuss FLK hofft, dass sich Morgen etliche Jecken gemeinsam zum "Rudelgucken" online treffen. Mit dabei sind unter anderem Künstler wie Miljö, Klüngelköpp oder den Höhnern. Damit der Karneval dieses Jahr wirklich im heimischen Wohnzimmer bleibt, hat die Stadt an den Karnevalshotspots Alkoholverbote eingerichtet. Das Ordnungsamt wird dort verstärkt kontrollieren.
Rund 1,5 Milliarden Euro Schaden durch den Ausfall des Karnevals gibt es dieses Jahr in den Karnevalshochburgen Deutschlands – das besagt eine aktuelle Studie. Leverkusen hat es da zwar nicht ganz so hart getroffen, aber auch unsere Vereine spüren die Auswirkungen der Corona-Krise.
„Wir gehen daran jetzt zwar nicht kaputt, aber ein zweites Jahr dieser Art wäre schon knackig“ – das sagen die Neustadtfunken Opladen zur aktuellen, finanziellen Situation. Auch die anderen, größeren Karnevalsvereine in unserer Stadt haben noch nie groß an ihren Veranstaltungen verdient – was sie rettet, ist, dass neben den Einnahmen auch viele der Ausgaben in diesem Jahr weggefallen sind. Einiges laufe aber natürlich trotzdem weiter: Mieten, oder auch die Zahlungen an Eventagenturen, die schon vor der Absage Künstler vermittelt und Programme geplant haben, so die Hetdörper Mädche un Junge. Die von uns angefragten Vereine sprechen aktuell von Beträgen im Tausenderbereich, die ihnen in dieser Session gefehlt haben.