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Geldscheine und Münzen
© José Narciandi
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Kommunen schlagen Alarm: „Die Bürger werden das merken“

Die Finanzlage vieler Städte und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen verschärft sich dramatisch. Kommunalvertreter warnen vor steigenden Gebühren, weniger Leistungen und Investitionsstau. Sie fordern schnelle Hilfe von Bund und Land.

Veröffentlicht: Montag, 08.06.2026 10:53

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Das Interview mit Martin Murrack, Stadtdirektor von Duisburg

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Im Interview mit José Narciandi schildert Martin Murrack, Stadtdirektor und Kämmerer der Stadt Duisburg, welche Folgen die aktuelle Finanznot in seiner Stadt hat. So wie Duisburg geht es in NRW momentan vielen Städten und Gemeinden.

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José Narciandi
Interview Martin Murrack, Stadtdirektor in Duis
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Städte sehen sich am Limit

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Die Kommunen in Nordrhein-Westfalen sehen sich in einer historischen Finanzkrise. Nach Angaben des Aktionsbündnisses „Für die Würde unserer Städte“ haben die Städte und Gemeinden im vergangenen Jahr ein Defizit von rund elf Milliarden Euro angehäuft. Bundesweit liegt das Minus bei etwa 32 Milliarden Euro.

Auch der Deutsche Landkreistag warnt vor den Folgen. Landkreistagspräsident Achim Brötel sagte vor der Jahresversammlung des Verbandes, Städte, Gemeinden und Landkreise drohten handlungsunfähig zu werden. Freiwillige Leistungen wie Kulturförderung, Vereinsförderung oder der öffentliche Nahverkehr würden zunehmend auf den Prüfstand gestellt.

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Gebühren steigen, Investitionen geraten unter Druck

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Für die Menschen vor Ort könnten die finanziellen Probleme schon bald spürbare Folgen haben. Duisburgs Stadtdirektor und Kämmerer Martin Murrack spricht von einer äußerst ernsten Lage.

„Hier brennt der Baum“, sagte Murrack im Gespräch mit José Narciandi, Leiter unseres Landtagsstudios. Bereits heute werde in vielen Rathäusern darüber diskutiert, wie mit weniger Geld ausgekommen werden könne.

„Wir reden über Parkgebühren, wir reden über Anwohnerparken. Wir reden darüber, dass mitunter Kita-Gebühren, offene Ganztagsgebühren teurer werden und eben auch städtische Services eingeschränkt werden müssen.“

Nach Angaben des Aktionsbündnisses sind vor allem stark steigende Sozialausgaben für die Schieflage verantwortlich. In vielen Kommunen machen sie inzwischen zwischen 40 und 50 Prozent der Haushalte aus. Gleichzeitig seien die Einnahmen deutlich langsamer gewachsen als die Ausgaben.

Dabei, so Murrack, reiche selbst radikales Sparen nicht aus. Würden sämtliche freiwilligen Leistungen wie Kultur, Sport oder Musikangebote gestrichen, könnten die Kommunen nach seinen Angaben nur rund 70 Prozent ihres Defizits ausgleichen. „Das macht doch mal deutlich, dass hier wirklich Bund und Länder gefordert sind“, sagte der Duisburger Stadtdirektor.

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Kommunen fordern mehr Unterstützung

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Das Aktionsbündnis wirft Bund und Ländern vor, den Städten und Gemeinden immer mehr Aufgaben zu übertragen, ohne für eine ausreichende Finanzierung zu sorgen. Die Kommunen fordern deshalb unter anderem eine stärkere Beteiligung an den Sozialkosten sowie mehr finanzielle Spielräume vor Ort.

Finanzwissenschaftler Martin Junkernheinrich sprach in Düsseldorf von einer Krise, die deutlich schwerwiegender sei als frühere Finanzprobleme der Kommunen. Die Lage sei inzwischen „deutlich dramatischer als früher“.

Die Sorge der Kommunen: Ohne zusätzliche Unterstützung werden nicht nur Gebühren und Steuern steigen. Auch notwendige Investitionen in Schulen, Kitas, Straßen und andere Infrastruktur könnten aufgeschoben werden. Murrack ist überzeugt:

„Die Bürgerinnen und Bürger werden das auf jeden Fall merken.“
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Autor: José Narciandi

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