
Schlappe für Bayer im Glyphosat-Streit
Die Bayer AG muss im US-Rechtsstreit um angebliche Krebsrisiken seines Unkrautvernichters „Roundup“ einen Rückschlag hinnehmen. Ein Gericht hat den Antrag von Bayer abgelehnt, künftige Streitigkeiten um den Inhaltsstoff Glyphosat gegen eine Zahlung von umgerechnet 1,6 Milliarden Euro beizulegen.
Veröffentlicht: Donnerstag, 27.05.2021 04:33
Der Vorschlag war Teil einer größeren Einigung im Zusammenhang mit Glyphosat-Klagen. Ein Großteil der Kläger, die Bayer eine Krebserkrankung durch Roundup vorwerfen, haben mit Bayer bereits Vergleiche in Milliardenhöhe ausgehandelt. Der jetzige Antrag für künftige Streitigkeiten um Roundup sollte für Bayer eigentlich einen Schlussstrich unter das Glyphosat-Debakel ziehen. Bayer hat Berufung eingelegt.
Die US-Umweltbehörde EPA sieht keine bedenklichen Risiken für die menschliche Gesundheit durch Roundup. Die Weltgesundheitsorganisation stuft Glyphosat dagegen für wahrscheinlich krebserregend ein – darunter zählt aber beispielsweise auch rotes Fleisch.
Um sich dauerhaft vor Glyphosat-Klagen zu schützen, hat Bayer jetzt einen fünf-Punkte-Plan in Aussicht gestellt. Der soll unter anderem eine Internetseite mit aktuellen wissenschaftlichen Studien zu Glyphosat beinhalten. Ein unabhängiges Wissenschaftsgremium soll das Ganze überwachen. Nutzer des Unkrautvernichters sollen so künftig per QR-Code über das Etikett auf die Seite gelangen. Ob Bayer Roundup auch weiterhin für private Nutzer anbieten wird, soll aber noch diskutiert werden. Denn private Nutzer machen einen Großteil der Kläger in den USA aus – und nicht etwa kommerzielle Landwirte. Vergleiche mit Klägern will Bayer grundsätzlich auch in Zukunft aushandeln. Zwei laufende Berufungsverfahren in den USA will der Konzert fortführen.