Musik / CD

Huch! Sind sie das wirklich? Im Opener "Knock Knock" legen Band Of Horses so schwungvoll los, wie man sie selten gehört hat. Zugegeben, im Falle des Quintetts aus Seattle heißt das nicht unbedingt allzu viel - schließlich liegt bei den Indie-Rockern die Betonung oft eher auf Indie als auf Rock. Doch durch ihr gesamtes viertes Studioalbum zieht sich eine spürbare Dynamik. Außerdem wurde auf "Mirage Rock" auf die ganz großen Gesten - inklusive Halleffekte - verzichtet, die den Vorgänger "Infinite Arms" zum kuschelweichen Vergnügen machten. Verantwortlich für den neuen Sound war ein alter Haudegen: Glyn Johns, der schon Anfang der 70-er den Sound der Eagles prägte. Und siehe da: Trocken rocken steht auch der Pferdeband nicht schlecht.

Nach dem energetischen Start allerdings schalten Ben Bridwell und seine Kumpanen mit dem desillusionierten "How To Live" erst einmal einen halben Gang zurück. "Guess what / you're getting old / you still gotta grow up", singt der Frontmann da, lebensweise. Das Echo folgt auf dem Fuße mit der Ballade "Slow Cruel Hands Of Time", die sich mit weichen Harmonien und nostalgischen Lyrics zum echten Seelenstreichler entwickelt.

Deutlich auf Krawall gebürstet hingegen ist "Dumpster World", das sehr kühl, fast apathisch, beginnt - bis sich plötzlich anarchische Parolen Bahn brechen. "Let out the wolves!", "Bring on the booze!", "Bust out the drugs!" - bei dieser Outlaw-Party wäre man gerne dabei, ganz gleich, wie kurz sie dauert. Noch ein bisschen gemeiner wird es in "Feud", das gleich zu Beginn losrockt und im hämischen Ausruf "I want you to faaaail!" gipfelt, den Bridwell mit gleichermaßen dünnem wie trotzigen Stimmchen raushaut.

Zwischen diesen deutlichen Statements liegen solide Songs, die Laune machen. "Electric Music" etwa, ein musikalisches Roadmovie mit 70er-Feeling, oder das gelassene Countrystückchen "Everything's Gonna Be Undone" fallen auf. Allein: Diese Stücke sind unterhaltsam, bewegend sind sie selten. Atmosphärische Dichte verträgt sich eben nur bedingt mit der trockenen, sonnigen Landluft, die Glyn Johns der Band verordnet hat. Bis ganz zum Schluss: "Heartbreak On The 101" wird durch den anfangs ungewohnt rauen Gesang Bridwells und gezielten Streichereinsatz noch zum Herzschmerzwerk. Und dafür gibt es sogar einen klitzekleinen Halleffekt.

Audio CD
Bewertungüberzeugend
CD-TitelMirage Rock
Bandname/InterpretBand Of Horses
GenreRock/Pop
GenreIndierock
Erhältlich ab14.09.2012
LabelColumbia - Sony Music International
VertriebSony Music
Laufzeit39:39
EAN Code0887254690528
Quelle: "teleschau - der mediendienst"


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