
5 Jahre nach der Flut – Wie ist die Lage in Leverkusen?
Wassermassen, die sich durch die Straßen schieben, überlaufende Bäche und Flüsse – die Flutkatastrophe 2021 hat auch unsere Stadt hart getroffen. Heute (14.07.) jährt sich das Ereignis zum fünften Mal. Das hat sich die Stadt zum Anlass genommen, um eine Bilanz zu ziehen.
Veröffentlicht: Dienstag, 14.07.2026 04:06
Viele städtische Gebäude saniert
Insgesamt ist durch die Flut ein Schaden von rund 70 Millionen Euro an öffentlichen Gebäuden entstanden. Betroffen waren unter anderem die Theodor-Heuss-Realschule, die KGS Remigius, das Freiherr-vom-Stein-Gymnasium, die Villa Wuppermann und das Jugendhaus Lindenhof. Alle dieser Einrichtungen sind wieder im Betrieb. Finanzielle Unterstützung gab es durch die Richtlinie „Wiederaufbau NRW“ vom Land. Darüber konnte Leverkusen über 62 Millionen Euro in Anspruch nehmen.
Viel Arbeit beim NaturGut Ophoven
Auch wenn die meisten beschädigten öffentlichen Gebäude mittlerweile saniert werden konnten, gibt es beim NaturGut Ophoven noch viel zu tun. Zunächst musste ein umfangreiches Planungskonzept ausgearbeitet werden. Jetzt finden vorbereitende Maßnahmen statt, wie Schadstoff- und Baugrunduntersuchungen. Außerdem wird der Geräteschuppen noch diesen Monat neugebaut. Der ermöglicht den Betrieb auf dem Außengelände während der weiteren Bauarbeiten. Bis Anfang 2030 soll voraussichtlich alles fertig sein.
Maßnahmen zum Hochwasserschutz
Damit Leverkusen in Zukunft widerstandsfähiger gegen Hochwasser ist, haben die Technischen Betriebe Leverkusen und der Wupperverband verschiedene Maßnahmen umgesetzt und geplant. Zum Beispiel wurde der Querdeich zwischen Dhünn und Odenthaler Straße verwirklicht. Der soll verhindern, dass das Wasser in Richtung Schlebusch läuft. Wäre der Deich schon 2021 fertig gewesen, wäre ein sehr großer Teil von Schlebusch nicht betroffen gewesen, sagt eine Sprecherin der TBL.
Ophovener Weiher und Wiembachallee
Außerdem soll der Ophovener Weiher, der als Rückhaltebecken dient und bei der Flut übergelaufen ist, in Zukunft mehr Wasser zurückhalten können. Dafür soll der Staudamm erhöht werden. Und der Wiembach in Opladen soll breiter werden. Das stößt aber auf Kritik bei den Anwohnern: Sie haben die Sorge, dass dafür viele Bäume an der Wiembachallee gefällt werden müssen. Bis zum Herbst soll ein Ingenieurbüro ihre Entwürfe vorlegen. Sie sollen verschiedene Varianten prüfen, um möglichst viele Bäume zu erhalten. Die ersten Bauarbeiten sollen nicht vor 2028 starten.
Digitale Angebote für Bürger
Die Stadt hat im Laufe der Zeit das Informations- und Beratungsangebot rund um das Thema Hochwasser und Starkregen ausgebaut. Neben der Starkregengefahrenkarte und Hochwasser-Gefahrenkarten für Rhein, Wupper und Dhünn, wurde auch ein digitaler Wasser-Risiko-Check eingerichtet. Darüber können Eigentümer das Überflutungsrisiko für ihre Grundstücke und Gebäude prüfen.
Anpassungen bei der Feuerwehr
Inzwischen sei die Stadt deutlich besser auf Naturkatastrophen vorbereitet, sagt die Feuerwehr Leverkusen. Sie hat unter anderem neue Fahrzeuge angeschafft, die auch durch tieferes Wasser fahren können. Es gibt neue Hochwasserboote und die Warnsysteme wurden optimiert. Aktuell gibt es zwölf Sirenen in der Stadt – bis Ende des Jahres sollen 16 weitere dazukommen. Der Einsatz nach der Flut war für die Leverkusener Feuerwehr einer der größten in der Nachkriegsgeschichte. Sie war damals über fünf Tage mit über 1.000 Helfern zeitgleich im Einsatz – darunter auch Kräfte von Bundeswehr und THW.