
Abfall aus Dänemark Ursache für Explosion in Leverkusen
Abfall aus Dänemark hat die verheerende Explosion in der Müllverbrennungsanlage des Chemparks vor fünf Jahren verursacht. Das hat die Staatsanwaltschaft mitgeteilt. Sie hat die Ermittlungen gegen Mitarbeitende von Currenta jetzt eingestellt.
Veröffentlicht: Dienstag, 21.07.2026 07:52
Die Gefahr war für die Chempark-Mitarbeitenden nicht vorhersehbar, heißt es von der ermittelnden Staatsanwaltschaft in Dortmund. Der Abfall aus Dänemark hatte demnach selbstzersetzende Eigenschaften – was zu einem exponentiellen Temperatur- und Druckanstieg und letztlich der Explosion geführt hat. Allerdings wussten die Mitarbeitenden in der Leverkusener Müllverbrennungsanlage laut Staatsanwaltschaft nichts von diesen Eigenschaften. Sie ermittelt deshalb jetzt weiter gegen Abfallentsorger in Dänemark und Hamburg – ob sie die wichtigen Informationen bewusst nicht weitergegeben haben.
Currenta zahlt Geldbuße
Zusätzlich hat die Staatsanwaltschaft einem ehemaligen Betriebsleiter von Currenta "unbewusst fahrlässiges Verhalten" bei der Einleitung von Evakuierungsmaßnahmen vorgeworfen. Das Verfahren wurde gegen eine Geldauflage eingestellt. Die Geldbuße beträgt 1,9 Millionen Euro gegen Currenta. Ein Unternehmenssprecher sagte dazu: "Wir stehen zu unserer Verantwortung und werden die Geldbuße akzeptieren."
Sieben Mitarbeiter ums Leben gekommen
Bei der schweren Explosion im Chempark sind am 27. Juli 2021 sieben Männer ums Leben gekommen. Der Vorfall gilt als eins der schwersten Explosionsunglücke in Deutschland der letzten Jahrzehnte.