Italien feiert Olympia-Eröffnung als knallbunte Oper

Olympische Winterspiele 2026
© Michael Kappeler/dpa

Winterspiele in Italien

Mailand (dpa) - Olympia als ganz große Oper: Mit einem Riesenspektakel in buntesten Farben haben in Mailand die 25. Olympischen Winterspiele begonnen. Vor 67.000 Zuschauern liefen Athletinnen und Athleten ins legendäre Fußballstadion San Siro ein. Parallel dazu wurde an gleich drei weiteren Orten gefeiert - in Cortina d'Ampezzo, der zweiten Gastgeberstadt, sowie Predazzo und Livigno. Damit kehren die Winterspiele nach einer Pause von 20 Jahren wieder zurück in die Alpen.

In der Show bot Italien vieles auf, für das es weltweit bekannt ist: Opern-Legenden wie Giuseppe Verdi und Giacomo Puccini als Pappmaché-Figuren, den Kinderbuch-Helden Pinocchio und auch seine Paparazzi. Mehrere Dutzend Models trugen Kostümen in den Nationalfarben, die noch der vergangenes Jahr verstorbene Modemacher Giorgio Armani kreiert hatte.

Zur Begeisterung des Stadionpublikums sang US-Popdiva Mariah Carey einen Klassiker italienischen Liedguts auf Italienisch: «Nel blu, dipinto di blu», besser bekannt als «Volare». Die Nationalhymne trug die Italienerin Laura Pausini vor. Bei der Parade der Athleten wechselte der DJ auf Techno.

Die Eröffnungsfeier unter dem Motto «Armonia» (Harmonie) sollte den dezentralen Charakter der Spiele widerspiegeln: Zum ersten Mal in der Olympia-Geschichte gibt es zwei Gastgeberstädte. Die Wettbewerbe gehen sogar in sieben verschiedenen Orten im Norden Italiens über die Bühne. Weiter waren die Entfernungen bei Winterspielen noch nie. Die mehrstündigen Fahrtwege stellen alle auf die Probe, auch die Athleten.

Erstmals zwei olympische Feuer

Erstmals brennen bis zum Ende der Spiele am 22. Februar zwei olympische Feuer - eines am Arco della Pace (Friedensbogen) in der Innenstadt von Mailand und eines auf der Piazza Dibona in Cortina. In dem Nobel-Skiort gab es vor 70 Jahren schon einmal Olympia - der Auftakt für den Aufstieg des Bergdorfs zur «Königin der Dolomiten».

Die deutschen Fahnenträger Katharina Schmid und Leon Draisaitl traten ebenfalls an verschiedenen Orten auf. Skispringerin Schmid, die schon am Samstag auf der Normalschanze ihren ersten Wettkampf bestreitet, übernahm ihre Rolle in Predazzo und hatte sichtlich Spaß, als sie sich schwungvoll mit der Fahne zu ihren Teamgefährten umdrehte. Eishockey-Superstar Draisaitl - erst kurz vor der Eröffnung gelandet - führte einen anderen Teil des Teams in die Mailänder Arena. «Ich bin unfassbar stolz drauf», sagte der 30-Jährige. 

Auftritte von Mariah Carey und Andrea Bocelli

Für die Eröffnung hatten sich 130 der insgesamt 185 deutschen Olympia-Teilnehmer angekündigt. So groß war ein deutsches Team bei Winterspielen noch nie. «Mein Eindruck aus den ersten Tagen in Italien ist, dass unser Team D voller Vorfreude und absolut bereit ist, das Beste aus sich herauszuholen und unsere Sportnation würdig zu vertreten», sagte Thomas Weikert, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes.

Die deutsche Delegation kam als 32. von 92 Teilnehmernationen ins Stadion. Wie oft schon stieß das Team-Outfit - ein übergroßer schwarzer Poncho mit Fischerhut - auf ein geteiltes Echo. Während die Mode unter den Athleten durchaus positiven Anklang fand, meinte Modeschöpfer Harald Glööckler zur Deutschen Presse-Agentur: «Was einem hier geboten wird, ist weder innovativ noch erfrischend neu - geschweige denn ansprechend.» 

Begrüßt wurden die Deutschen im San Siro trotzdem mit viel Applaus. Und immerhin waren die deutschen Teilnehmer in Mailand tatsächlich zu sehen: Von vielen Nationen wurde nur das Namensschild ins Stadion getragen - die Athleten waren anderswo.

Der erste Teil der Show fand schon vor der Athletenparade statt, mit internationalen Musikstars aus Klassik und Pop. Neben Mariah Carey standen Andrea Bocelli, Laura Pausini, Cecilia Bartoli und der Pianist Lang Lang auf der Besetzungsliste.

US-Vize Vance auf der Ehrentribüne

Auf der Tribüne saß neben der neuen IOC-Chefin Kirsty Coventry - Nachfolgerin des Deutschen Thomas Bach an der Spitze des Internationalen Olympischen Komitees - einiges an politischer Prominenz. US-Vizepräsident JD Vance hatte seine Familie und Außenminister Marco Rubio dabei.

Insgesamt waren etwa 50 Staats- und Regierungschefs angekündigt. Deutschland wurde durch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier vertreten. Die Eröffnungsformel spricht traditionell das Staatsoberhaupt des Gastgeberlandes: dieses Mal Italiens Staatspräsident Sergio Mattarella.

6.000 zusätzliche Sicherheitskräfte bei Olympia

Vorab gab es Ärger über die Umstände des Besuchs der US-Delegation. Um den Schutz der Offiziellen kümmern sich auch Beamte der US-Einwanderungspolizei ICE, die wegen ihres teils brutalen Vorgehens gegen Migranten in den Vereinigten Staaten in der Kritik steht. Am Eröffnungstag demonstrierten Hunderte in Mailand gegen deren Anwesenheit. Aus Sorge vor Anschlägen und Störaktionen hat Italien während der Spiele mehr als 6.000 zusätzliche Sicherheitskräfte im Einsatz. 

Mit «Milanocortina» steigen 20 Jahre nach Turin 2006 die Winterspiele wieder in den Alpen. Bis zum 22. Februar konkurrieren 2.900 Athletinnen und Athleten bei 116 Medaillen-Entscheidungen um Gold, Silber und Bronze. 

Die Hoffnung ruht darauf, dass mit der Rückkehr von Winter-Olympia in die Alpen wieder mehr Stimmung aufkommt. Die vorigen Spiele von Sotschi (Russland), Pyeongchang (Südkorea) und Peking (China) hatten in dieser Hinsicht nicht alle Erwartungen erfüllt. 2030 sind die Spiele wieder in den Alpen: in Frankreich.

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Sang «Volare»: US-Superstar Mariah Carey.© Michael Kappeler/dpa
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Olympische Winterspiele 2026
Italienische Kunst.© Ben Curtis/AP/dpa
Italienische Kunst.
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Olympische Spiele 2026
Hunderte protestieren am Eröffnungstag in Mailand gegen die Anwesenheit von Beamten der US-Einwanderungsbehörde ICE bei den Winterspielen.© Luca Bruno/AP/dpa
Hunderte protestieren am Eröffnungstag in Mailand gegen die Anwesenheit von Beamten der US-Einwanderungsbehörde ICE bei den Winterspielen.
© Luca Bruno/AP/dpa
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US-Vizepräsident JD Vance (Mitte links) und seine Frau Usha (l) trafen vor Beginn der Zeremonie den IOC-Ehrenpräsidenten Thomas Bach im Stadion.© Susana Vera/Reuters Pool Photo/AP/dpa
US-Vizepräsident JD Vance (Mitte links) und seine Frau Usha (l) trafen vor Beginn der Zeremonie den IOC-Ehrenpräsidenten Thomas Bach im Stadion.
© Susana Vera/Reuters Pool Photo/AP/dpa
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Tänzer mit Masken würdigten die italienischen Komponisten Giuseppe Verdi, Giacomo Puccini und Gioachino Rossini.© Michael Kappeler/dpa
Tänzer mit Masken würdigten die italienischen Komponisten Giuseppe Verdi, Giacomo Puccini und Gioachino Rossini.
© Michael Kappeler/dpa
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Angeführt von Leon Draisaitl lief ein Teil des deutschen Teams ins Mailänder Stadion ein.© Michael Kappeler/dpa
Angeführt von Leon Draisaitl lief ein Teil des deutschen Teams ins Mailänder Stadion ein.
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