Decision Fatigue: Wann Sie eine Entscheidung besser vertagen

Mann sitzt nachdenklich im Wohnzimmer
© Christin Klose/dpa-tmn

Klarer Kopf

Berlin (dpa/tmn) - Eine hitzige Diskussion im Meeting, eine provokante E-Mail im Postfach oder die Euphorie nach einem überraschenden Erfolg: Gerade im Berufsalltag treffen wir Entscheidungen oft nicht im neutralen Zustand. Wer sich ärgert, unter Druck steht oder übermüdet ist, reagiert schneller – oft vorschnell – und auch härter als es der Situation guttut.

Dass starke Gefühle unser Urteilsvermögen beeinflussen, ist wissenschaftlich gut belegt. Emotionen – egal ob positiv oder negativ – führen dazu, dass Menschen nicht klar denken und mitunter impulsiv handeln, erklärt Philip Meissner, Inhaber des Lehrstuhls für Strategie und Entscheidungsfindung an der ESCP Business School in Berlin.

Entscheidungen mit klarem Kopf treffen

«Emotionen können dazu beitragen, dass ich die Welt schwärzer und weißer sehe als sie ist», sagt auch Prof. Ralph Hertwig vom Max-Planck-Institut für Bildungsforschung. 

Heißt: In solchen Situationen sollte man lieber keine Entscheidungen treffen. Besser ist es, abzuwarten und zu versuchen, die eigenen Gefühle zu regulieren. Wenn man wieder einen klaren Kopf hat, lässt sich das Thema einfacher erneut angehen.

Warnsignal «Decision Fatigue»

Auch das Gefühl, überfordert zu sein, sollte ein Warnzeichen sein, die Entscheidung besser nicht zu erzwingen. Die «Decision Fatigue» tritt laut Hertwig ein, wenn Menschen innerhalb einer gewissen Zeitspanne viele Entscheidungen treffen mussten. 

Die Bereiche im Gehirn, die uns helfen, zu fokussieren, zu planen, von Aufgabe zu Aufgabe zu springen, sind dann erschöpft. Das kann wiederum dazu führen, dass die Qualität unserer Entscheidungen sinkt. Nach einer Ruhepause oder Schlaf kann sich das Gehirn wieder erholen und bessere Entscheidungen treffen.

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