Neue Finanzhilfen für Traditionsvereine in Corona-Krise

Leere Schützenstände, leere Vereinsheime und abgesagte Veranstaltungen – auch unsere Karnevals-, Schützen und Brauchtumsvereine haben mit Corona zu kämpfen. Ab heute können sie deswegen neue Hilfen des Landes beantragen – doch das hilft den Leverkusener Vereinen nur bedingt. 

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“Wir würden die Hilfen gern beantragen – aber dafür ist noch zu viel Geld auf unserem Konto” - das sagt die Schützenbruderschaft Steinbüchel. Weil der Verein das Schützenheim nicht vermieten kann und etliche Einnahmen weggebrochen sind, geht es jetzt ans Ersparte: 1400 Euro im zweiten Quartal, im dritten werden es wohl 6000 Euro Verlust – wenn das so weitergeht, dann halten wir das maximal zwei Jahre durch, so ein Sprecher.

Auch der Karnevalsverein Grün-Weiß Schlebusch kann die Hilfen nicht beantragen – die laufenden Kosten sind zu gering. Die Altstadtfunken werden die Hilfen dagegen beantragen, heißt es. Zum Beispiel wegen der Kosten des Funkenturms, der seit März geschlossen ist, kommen sie für die Hilfen in Frage, so die Hoffnung.

Die Neustadtfunken Opladen zehren aktuell noch von der Corona-Soforthilfe und können die neuen Hilfen damit nicht beantragen. Bei den Roten Funken ist die Lage noch unklar. Zudem sei das Ganze nur ein Tropfen auf dem heißen Stein: Die Kosten für eine Veranstaltung würden laut den Funken bei rund 20 – 30.000 Euro liegen und die würde der Verein niemals rein bekommen, wenn er seine Veranstaltungen mit nur einem Fünftel der Besucher umsetzen würde. So sehe es aktuell zum Beispiel im Forum in Wiesdorf aus. 

Bis September will der Verein deshalb entscheiden, ob er seine Veranstaltungen mit Auflösungsverträgen absagt - auch wenn die Hoffnung weiterhin besteht, dass die Maßnahmen bis dahin noch gelockert werden. Die Roten Funken feiern 2020 ihr 111. Jubiläum.  

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