NRW führt digitales Schülerfeedback an Schulen ein
Veröffentlicht: Montag, 16.03.2026 15:25
Schülerinnen und Schüler in Nordrhein-Westfalen sollen künftig stärker zu Wort kommen. Mit einem neuen digitalen Fragebogen will das Schulministerium herausfinden, wie es ihnen wirklich in der Schule geht.

Das ganze Interview mit Feller
„Es geht uns darum, das Wohlbefinden der Schülerinnen und Schüler in Erfahrung zu bringen, ob sie gerne zur Schule gehen, ob sie dort sich wertgeschätzt fühlen, ob sie sich gesehen fühlen, ob sie sich einbringen können.“
Das sagt NRW-Schulministerin Dorothee Feller im Interview mit José Narciandi, dem Leiter unseres Landtagsstudios. Hier gibt es das ganze Gespräch zum Anhören:
Schulen testen erstmals digitales Schülerfeedback
In Nordrhein-Westfalen startet ein neuer Testlauf: Schulen können ihren Schülerinnen und Schülern erstmals einen digitalen Fragebogen zum Schulalltag vorlegen. Je nach Schulform umfasst er etwa 30 bis 40 Fragen. NRW-Schulministerin Dorothee Feller sagte im Interview mit uns, es gehe darum, das Wohlbefinden der Schülerinnen und Schüler in Erfahrung zu bringen. Hintergrund ist, dass viele Kinder und Jugendliche nach Einschätzung des Ministeriums psychisch belastet sind. „Wir haben festgestellt, dass viele Schülerinnen und Schüler sagen, sie fühlen sich psychisch belastet, sie fühlen sich nicht gesehen an Schule. Und das ist eine Möglichkeit, das herauszufinden.“
Keine Bewertung einzelner Lehrkräfte
Die Fragebögen sollen allerdings nicht dazu dienen, einzelne Lehrkräfte zu beurteilen. Darauf legt die Ministerin Wert. Im Interview mit José Narciandi sagt sie: „Es geht nicht darum, hier eine Rückmeldung zu einzelnen Lehrkräften zu geben. Also es ist kein ‚Spickmilch‘, was es früher mal gab.“ Stattdessen gehe es um eine grundsätzliche Rückmeldung zur Situation an einer Schule – etwa dazu, ob sich Schülerinnen und Schüler dort wohlfühlen oder gerne hingehen.

Hunderte Schulen wollen mitmachen
Der Testlauf beginnt zunächst auf freiwilliger Basis. Nach Angaben der Ministerin haben bereits viele Schulen Interesse bekundet.
„Wir haben eine Rückmeldung zwischen 700 bis 1000 Schulen, die gesagt haben, sie würden ganz gerne bei so einer freiwilligen Erprobung des Schülerfeedbacks gerne mitmachen.“ Langfristig könnte das Instrument verpflichtend für Schulen werden. Für Schülerinnen und Schüler selbst soll die Teilnahme aber freiwillig bleiben. „Wir können da niemanden zu zwingen.“
Daten sollen Schulen bei Verbesserungen helfen
Die Ergebnisse der Befragung bleiben laut Ministerium zunächst an den Schulen. Eine Veröffentlichung sei nicht vorgesehen.
„Das sind Daten für die Schulen, damit die Schulen damit arbeiten können.“ Schulleitungen und Lehrerkollegien sollen die Ergebnisse gemeinsam mit der Schulaufsicht auswerten. Ziel sei es, mögliche Probleme zu erkennen und Maßnahmen zu entwickeln. Feller betont: „Es geht darum, auf Augenhöhe die Schulen zu beraten.“ Schulen wollten selbst erreichen, dass sich ihre Schülerinnen und Schüler wohlfühlen. „Jetzt haben sie die Chance herauszufinden, wie es tatsächlich ist, um dann auch entsprechend darauf reagieren zu können.“


