Serap Güler (CDU)

Serap Güler wurde 1980 in Marl geboren, lebt in Köln und ist Beamtin.

© Serap Güler - CDU

Sach ma' schnell - das ist unser Highspeed-Kandidatencheck von Radio Leverkusen. Wir stellen euch die Bundestags-Kandidaten der etablierten Parteien vor. Auf den Punkt.

Zehn Fragen, zehn Antworten. Hier könnt ihr euch ein Bild von den politischen Zielen der Leverkusener Bundestags-Kandidaten machen. Wir haben allen Kandidaten einen schriftlichen Fragebogen zugeschickt, die Antworten wurden unverändert übernommen.

1) Ihre Partei

Könnten Sie sich auch vorstellen in einer anderen Partei Mitglied zu sein? Wenn nein: Warum nicht?

Nein, das könnte ich mir nicht vorstellen. Die Entscheidung in eine Partei einzutreten ist für mich maßgeblich von den Werten und Zielen abhängig für die sie steht und da sind die Unterschiede in unserem Parteienspektrum selbst bei der ein oder anderen Schnittmenge doch überragend. Meine Partei ist daher die CDU!

2) Politisches Engagement

Wenn Sie nicht in der Politik tätig wären, was würde der Politik dann fehlen? Wo würden Sie sonst heute stehen?

Es würde eine weitere junge Frau mit Einwanderungsgeschichte in der politischen Landschaft fehlen. Das wäre schade, da ich gleich drei Zielgruppen angehöre, die ohnehin in der Politik viel zu wenig vertreten sind.

3) Leverkusen

Was sind die drei bedeutendsten Eigenschaften, die in Ihren Augen auf Leverkusen zutreffen?

Leverkusen ist eine vielfältige, grüne und besonders durch die Industrie geprägte Stadt. Wenn man zum Beispiel auf dem Wasserturm in Bürrig steht, dann merkt man, dass sowohl die Natur und die Freiflächen als auch die chemische Industrie das Stadtbild prägen. Das Vielfältige fällt ins Auge, wenn man in den Stadtteilen unterwegs ist und mit den Menschen ins Gespräch kommt.

4) Leverkusener Themen

Was sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten drei Themen aus und für Leverkusen, die Sie in Berlin platzieren möchten?

Das wichtigste Problem aktuell sind die Folgen der Flutkatastrophe. Dafür brauchen die Betroffenen schnelle Lösungen, Hilfen und Unterstützungen über die Schäden hinaus. Außerdem kämpfen wir aktuell immer noch gegen die Corona-Pandemie und deren Folgen. Auch da gilt es den Menschen wieder stärker zu helfen und insbesondere die Kinder und Familien intensiver zu unterstützen. Besonders die Kinder und Jugendlichen haben unter Corona massiv gelitten. Das dritte Thema, dass ich in Berlin platzieren möchte, ist die Thematik rund um den Ausbau der Autobahnen in Leverkusen. Gemeinsam mit dem Stadtrat möchte ich für Lösungen im Sinne der Bürgerinnen und Bürger vor Ort kämpfen und versuchen die Entscheidung des Bundesverkehrsministeriums zu revidieren.

5) Prioritäten

Deutschland steht vor immensen Herausforderungen. Wie priorisieren Sie für sich selbst die Themen Klimaschutz, Digitalisierung, Innere Sicherheit, sichere Altersvorsorge und bezahlbarer Wohnraum?

Zwischen diesen Themen würde ich nicht priorisieren, da alle Themen wichtig sind und ihren Platz in der Politik brauchen. Darüber hinaus überschneiden sich viele Themen untereinander, weshalb eine getrennte Betrachtung nicht hilfreich sein kann.

6) Deutschland

Wenn Sie alle Entscheidungen alleine fällen könnten: Wie sieht ihr Bild von einem perfekten Deutschland aus? Was tun Sie dafür?

Zu einem perfekten Deutschland gehört für mich zunächst einmal, dass eben nicht eine Person alle Entscheidungen allein fällt. Niemand kann alles können oder alles wissen und sollte daher auch nicht alle Entscheidungen allein treffen dürfen. Die Stärke dieses Landes kommt aus der Gemeinsamkeit und der Vielfalt. Wenn es uns gelingt, das „Miteinander“ richtig umzusetzen, dann ist das für mich ein perfektes Deutschland! 

Mit meinem Engagement in der Integrationspolitik möchte ich für die Menschen mit Einwanderungsgeschichte einen Beitrag dazu leisten, genau das zu erreichen: Teil unserer Gesellschaft und unseres Miteinanders zu werden.

7) Verkehrsproblematik

Leverkusen ist durch seine zentrale Lage, die Autobahnen A1 und A3 sowie den Schienenverkehr arg belastet mit Verkehr, Lärm und Feinstaub. Mit welchen Lösungen möchten Sie diesem Problem auf Bundesebene begegnen?

Die Entscheidung für einen oberirdischen Ausbau der A1 ist teilweise leider schon gefallen. Ich möchte mich dafür einsetzen, dass diese Entscheidung in Berlin noch einmal überdacht wird und ein kurzer Tunnel im Bereich der Stelze realisiert wird. Außerdem werde ich mich für alternative Antriebsformen beim Individualverkehr einsetzen, um die Emissionen von Lärm und Feinstaub zu verringern. Grundlage für alle Entscheidungen beim Autobahnausbau ist für mich eine enge Zusammenarbeit mit dem Stadtrat und der lokalen Politik.

8) Klima

Zuletzt hat das Unwetter große Teile der Stadt überflutet. Experten prognostizieren solche Starkregenereignisse für die Zukunft häufiger. Was ist Ihre Idee, um dem Klimawandel zu begegnen?

Bezogen auf Unwetterereignisse müssen wir gerade in den dicht besiedelten Gebieten unseres Landes den Hochwasserschutz und die Warnsysteme verbessern und außerdem bei der gesamten Bevölkerung ein viel stärkeres Gefahrenbewusstsein für solche Ereignisse schaffen.

9) Corona

Wie stellen Sie sich das Ende der Pandemie vor? Welche Rahmenbedingungen muss die Politik dafür schaffen? Welche Maßnahmen müssen ergriffen oder aufgehoben werden? Ist eine Impfpflicht notwendig?

Ich bin keine Virologin und kann daher auch keine Prognose abgeben, wie die Pandemie weiter verläuft. Ich bin Politikerin, die sich dafür einsetzen wird, dass wir aus den Fehlern der vergangenen 18 Monate lernen. Dazu gehört für mich, dass wir keine Schließungen von Schulen, Spielplätzen oder sozialen Einrichtungen beschließen. Der hohe Andrang auf Kinderpsychologen und auf andere soziale Angebote zeigt, dass wir in diesen Bereichen Fehler gemacht haben und Bildungschancen der Kinder verspielt haben. Ich setze mich deshalb für eine Politik der Maß und Mitte ein und möchte den Gesundheitsschutz nicht über alles andere stellen.

10) Gesellschaft

Die gesellschaftliche Spaltung nimmt zu. Debatten werden zunehmend unsachlich. Die Trennung von Meinung und Fakten verschwimmt. Viele stecken in ihrer Filterblase. Wie möchten Sie dieser Herausforderung begegnen?

Der Schlüssel hierzu ist gegenseitiger Respekt und die Achtung des anderen. So lange Debatten und auch Meinungsverschiedenheiten in diesem Licht geführt werden, sind sie eine Bereicherung für die Gesellschaft und beugen einer Spaltung vor. Per Gesetz verordnen kann man das selbstverständlich nicht. Umso wichtiger ist es, selbst ein gutes Vorbild zu sein. Das gilt für Politik genauso wie für jeden Einzelnen!

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